Ethik

Das Fach Ethik beschäftigt sich mit den Maßstäben, die man zur Beurteilung menschlichen Handelns heranziehen kann. Ethik fragt danach, wie ich handeln soll und wie mein Handeln zu bewerten ist. Der Ethikunterricht untersucht, welche Werte bzw. Wertgewichtungen dem eigenen Handeln und dem Handeln anderer zugrunde liegen, um sie anschließend begründen und hinterfragen zu können. Gemeinsam über Werte nachzudenken, hat den Anspruch, ein friedliches Zusammenleben und den Respekt vor dem Anderen zu fördern.
In der Diskussion üben sich die Schülerinnen und Schüler in ethischen Argumentationsweisen und Begründungen, durch die ein kritisches, ethisches Selbstbewusstsein entwickelt werden kann. Durch das Erörtern von Fragen der eigenen Lebensgestaltung sollen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt werden.
Als richtungweisend dient dem Schulfach Ethik mit zunehmender Klassenstufe die Philosophie.  Dies zeigt sich insbesondere in den angewandten Methoden (gedankliche Analyse, Reflexion, Begründung u.a.) und geistigen Haltungen (Offenheit, Neugierde, Zweifeln, Überzeugung). Dabei wird immer wieder mit Alltagsbezügen gearbeitet, aber es werden auch abstraktere Themenbereiche wie z.B. die Technikethik behandelt. Ziel des Ethikunterrichts ist nicht eine Vermittlung von bestimmten Haltungen, sondern eine kritische Werteerziehung, in der die Schüler in der Lage sind, Werte und Verhaltensweisen kriteriengeleitet zu reflektieren.
Die ethische Reflexion der verschiedenen Themenbereiche teilt sich in drei sich überschneidende Perspektiven. Die individuelle Perspektive untersucht, welche Bedeutung das Unterrichtsthema für den Einzelnen hat und inwiefern es ihn betrifft.
Aus gesellschaftlicher Perspektive wird untersucht, welche gesellschaftlichen Muster und Regeln dem individuellen Verhalten zugrunde liegen und welche Bedeutung das Unterrichtsthema für das gesellschaftliche Zusammenleben hat. 
Die ideengeschichtliche Perspektive vermittelt, welche Ideen individuellen oder gesellschaftlichen Normen zugrunde liegen, wie diese entstanden sind und auf welche allgemeinen Überzeugungen sie zurückführbar sind.



Indem die Schüler sich mit diesen Perspektiven auseinandersetzen, lernen sie einerseits, wie subjektiv und zeitabhängig Überzeugungen sein können,  aber auch, wie überindividuell und zeitstabil ethische Ansprüche, Ideen oder Fragen sind.
Erst durch die Verknüpfung der Perspektiven werden Zusammenhänge, Begründungen und philosophische Bezüge deutlich.
Ethik als Schulfach ist ein zwei Stunden pro Woche umfassendes Pflichtfach, das von der 7. Klasse bis zum Ende der 10. Klasse fester Bestandteil der Stundentafel ist. In der Oberstufe wird Ethik nicht als Fach angeboten, allerdings bietet das Oberstufenfach Philosophie etliche Anknüpfungen.

Zum Seitenanfang