Der Namensgeber Hugo Eckener (*1868 - †1954)

 

 Hugo Eckener, ein Pionier der Luftschifffahrt

Lesen Sie hier über das Leben und Schaffen des Namensgebers des Eckener-Gymnasiums:

1868       

Am 10. August wird Hugo Eckener als Sohn eines Tabakfabrikanten und dessen Ehefrau in Flensburg geboren. Nichts in seiner Schulkarriere deutet auf seinen späteren Ruhm hin: Eckener studiert Philosophie und Nationalökonomie und schließt das Studium mit der Promotion "magna cum laude" ab. Der junge Dr. phil. wird redaktioneller Mitarbeiter der "Flensburger Nachrichten", für die er fortan sozial- und gesellschaftspolitische Artikel, aber auch Kunst- und Musikkritiken schreibt.
Da Eckener unter Rheuma leidet, zieht er Ende der 90er Jahre mit seiner Frau vom nasskalten Flensburg nach Friedrichshafen an den Bodensee. Nunmehr Korrespondent der "Frankfurter Zeitung" - einer Vorläuferin der heutigen "FAZ" – verfolgt Eckener fasziniert die Flugversuche des Grafen von Zeppelin.

1903    

Im Leben des 35jährigen Journalisten bahnt sich eine Wende an. Eckener beginnt, sich für die Luftschifffahrt des Grafen Zeppelin einzusetzen. In zahlreichen Aufsätzen und Vorträgern berichtet er über die Flugversuche mit dem Luftschiff, das später als "Zeppelin" weltbekannt werden wird.

1908

Eckeners Engagement nimmt handfeste Züge an. Ausgelöst durch eine Recherche, bei der er den Grafen von Zeppelin persönlich trifft, tritt Eckener der Zeppelin-Gesellschaft bei und wird 1909 Leiter der neu gegründeten Deutschen Luftschiffahrts-AG, der ersten Luftreederei der Welt. Nun reichen die theoretischen Kenntnisse nicht mehr aus: Eckener lernt, die Luftschiffe selbst zu steuern. Bald schon wird er Ausbilder von Kommandanten und Steuerleuten; im Ersten Weltkrieg wird er Heer und Marine in der militärischen Luftschifffahrt unterweisen.

1917    

Graf Zeppelin stirbt am 8. März. Eckener tritt die Nachfolge des "Alten vom Bodensee" an und wird somit zur zentralen Persönlichkeit der Luftschifffahrt. Noch während des Weltkrieges verantwortet er den Bau von 88 Luftschiffen für die Marine; allerdings bleiben die Erfolge der Luftschiffe weit hinter den Erwartungen der Militärs zurück. Mitte der 20er Jahre wird Eckener zum Direktor der Verkehrsabteilung der "Luftschiffbau Zeppelin GmbH".

1922

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges begrenzen die Alliierten den deutschen Luftschiffbau auf kleine Luftschiffe. Dennoch gelingt es Hugo Eckener, einen Auftrag der US-Regierung für ein großes Luftschiff nach Friedrichshafen zu holen, dessen Bau als Reparationsleistung von Deutschland selbst finanziert wird.
Im August 1924 wird der Zeppelin LZ 126 fertig gestellt - das bislang größte Luftschiff der Welt. Eckener persönlich überführt das 200 Meter lange und etwa 2.000 PS starke Prestigeobjekt nach Lakehurst in New Jersey. Dort erhält Eckener für die gelungene Atlantiküberquerung einen begeisterten Empfang und eine Audienz beim Präsidenten.

1930

Eckener ist mittlerweile so bekannt, dass die "Oberrealschule Mariendorf" sich nach ihm benennen lässt. Die genaueren Gründe für diese Wahl sind nicht bekannt, lassen sich aber mit der Popularität des Mannes erklären, der mittlerweile zum Luftfahrtpionier avancierte. Eckeners Rekordfahrten, die weltweit großes Aufsehen erregen, werden von einer technikbegeisterten Bevölkerung bewundert; zudem wird der Industrielle für das Geschick gewürdigt, mit dem er die Zeppelin-GmbH leitet. Der "Magellan der Lüfte" versteht es, sich und sein Produkt öffentlichkeitswirksam zu vermarkten; hinzu kommt das internationale Renommee, das ihn als Botschafter für ein modernes, erfolgreiches und weltoffenes Deutschland erscheinen lässt.

1932   

Anlässlich der noch ungewissen Kandidatur Paul von Hindenburgs für das Amt des Reichspräsidenten wird von Kreisen der SPD und des Zentrums sondiert, ob Eckener zu einer Kandidatur gegen Hitler bereit wäre. Hindenburgs Entschluss, sich zur Wahl zu stellen, bereitet solchen Überlegungen ein Ende.

Eckener, der noch bis zum Ende des Ersten Weltkriegs eine national-konservative Haltung vertreten hatte, kann nunmehr als Repräsentant der Weimarer Republik gesehen werden. So äußerte er sich in einer Rede zugunsten des Reichskanzlers Brüning: „Wir müssen es als eine Mission des deutschen Volkes ansehen, für die Wiederkehr von Gerechtigkeit und Vernunft in der Politik uns mit ganzer Kraft einzusetzen. Das würde uns besser liegen, als durch chauvinistisches Getue den unfreundlichen Geist, der an der Herrschaft ist, zu stärken.“

1933    

Wie viele andere passt Eckener seine politische Haltung jedoch nach 1933 dem nationalsozialistischen System an. Sein internationales Ansehen und seine spektakulären Fahrten werden von den Nazis zu Propagandazwecken vereinnahmt.

1937  

Am 6. Mai explodiert das Luftschiff „Hindenburg“ kurz vor der wiederholten Landung in New Jersey, 36 Menschen kommen ums Leben. Das Unglück von Lakehurst leitet den Niedergang der Luftschifffahrt ein: Der Bau von Zeppelinen wird eingestellt, weitere Passagierfahrten werden verboten. Nach Kriegsbeginn werden die beiden noch vorhandenen Luftschiffe abgewrackt, das Interesse an den militärisch nutzlosen Luftschiffen flaut ab. Die Zeit der Zeppeline ist zu Ende.

1939     

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges zieht sich Eckener aus der Öffentlichkeit zurück. Er konzentriert sich fortan auf die Leitung des Unternehmens, das nach Kriegsausbruch Teil der Rüstungsindustrie wird. Eckener, inzwischen weit über 70, wird zum „Wehrwirtschaftsführer“ ernannt.

1945    

Bereits im Jahr des Kriegsendes teilt das Schulamt Tempelhof mit, dass der Name "Eckener-Gymnasium" weiter gültig sei. 1947 tauchen Gerüchte über eine Umbenennung in "August-Bebel-Schule" auf. Die Elternvertreter der Schule protestieren, da "auch unser Hugo Eckener als Pionier der deutschen Luftschifffahrt, dessen Name weit über die Grenzen Deutschlands hinaus berühmt geworden ist, nicht hinter Bebel zurücksteht."

1949

Von Hugo Eckener, der seit dem Kriegsende als politischer Publizist in Konstanz beim „Südkurier“ arbeitet, erscheint die Autobiographie „Im Zeppelin über Länder und Meere“.

1950  

Am 29. März wird in der Eckener-Oberschule die Wiederherstellung der Aula samt Orgel gefeiert. Eckener sendet ein Grußwort an die Schüler: "Ihr werdet, wie ich glaube, in diesem Raum manche Feierstunde verleben, wo ihr von Großem und Schönem hört, das eueren Geist befeuern und bereichern wird, und ihr werdet nicht zuletzt hier die Antriebe empfangen, die euere Willensrichtung und Haltung im Lebenskampfe bestimmen werden. Und das letztere ist das Wichtigere. Denn das Glück des Einzelnen, wie das Glück der ganzen Menschheit, hängt zuletzt entscheidend von den sittlichen Kräften ab, die im Einzelnen und in der Gesamtheit herrschend sind."

1954      

Am 14. August  stirbt der "einzigartige Luftschiffpionier" infolge Herzversagens in Friedrichshafen, "jener Stadt, der er genau wie Ferdinand Graf von Zeppelin durch seine Tätigkeit als Unternehmer und Luftschiffpionier gleichfalls zu Weltruhm verhelfen sollte.“

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