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Im Land der Letterlinge

Eine Lesung mit Johanna Trommer

Am 5. September besuchte Johanna Trommer das Eckener Gamnasium und stellte den ersten Band ihrer Trilogie „Letterland“ vor. Die Klassen 6e und 7f waren dabei.

Pünktlich um 10 Uhr begann die Lesung im Rahmen der Berliner Sprachwoche 2012. Zunächst stellte die junge Autorin ihren Fantasy-Roman kurz vor: Im Mittelpunkt steht die fantastische Welt Grammaton und ihre Bewohner, die Letterlinge. Aber auch die Erdenkinder spielen eine wichtige Rolle Wenn sie Bücher lesen, füllen sie gleichzeitig die Quellen in Letterland und sind dadurch mit den lebendigen Buchstabenwesen auf geheimnisvolle Weise verbunden. Doch seit einiger Zeit fließen die Quellen nur noch sehr spärlich und die Letterlinge sind in Lebensgefahr.

Nach dieser Einführung trug die Autorin ausgewählte Textstellen vor und wir erfuhren, wie die 13-jährige Tinka in der Bibliothek einen geheimnisvollen Brief findet und sich gemeinsam mit ihrer Freundin Tinka und dem Jungen Rahotep auf die Reise nach Grammaton begibt.

Für ihren Roman hat sich die Autorin fantastische Wesen ausgedacht, die sie in ihrem Roman ausführlich beschreibt und die sie auch gezeichnet hat: den winzigen Pin, der wie eine fliegende Leuchtkugel aussieht, den eleganten Carmesino, dessen Flügel in verschiedenen Rottönen schillern, und den riesigen Adorandor, der ein weißes Fell hat und einem Mammut gleicht. Johanna Trommer zeigte uns nicht nur ihre Zeichnungen, sondern auch Bilder der Berliner Illustratorin Kathleen Hoffmann zum Roman.

Für den letzten Textauszug hatte sich die Autorin etwas Besonderes ausgedacht: Sie wählte eine Schülerin und einen Schüler aus, die gemeinsam mit ihr den Text in verteilten Rollen vorlesen durften. Am Ende gab es für alle einen großen Applaus.

Zum Schluss konnten wir Johanna Trommer fragen, was wir von ihr wissen wollten. Hier eine Auswahl der Fragen und Antworten:

Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Als ich in Köln Design studierte, habe ich in meiner Freizeit viele Fantasy-Romane verschlungen. Im Gespräch mit einer Freundin entwickelte sich die Idee, eine Geschichte mit lebendigen Buchstaben zu schreiben.

Auf dem Buchdeckel unter Ihrem Namen ein zweiter Autorenname angegeben. Was hat das zu bedeuten?

Es ist der Name einer Freundin. Sie heißt Meryem Natalie Akdenizli. Sie hat viele Ideen gehabt und mir dadurch geholfen, das Buch zu schreiben.

Schreiben Sie schon am zweiten Teil der Grammaton-Saga?

Der ist schon fix und fertig! Im Frühjahr 2013 wird er erscheinen. Er trägt den Untertitel „Die Silbernacht“. Zurzeit schreibe ich das Finale des dritten Bandes.

Wie lange hat das Schreiben des ersten Bandes gedauert?

Zweieinhalb Jahre! Ich habe ihn zum Vergnügen neben meinem Studium geschrieben.

Ist Michael Ende ihr Vorbild?

Ja, Michael Endes Fantasy-Bücher gefallen mir besonders gut. Aber ich habe noch mehr Vorbilder, zum Beispiel J. K. Rowling, Cornelia Funke und Kai Meyer.

Was ist schön beim Schreiben?

Es macht mir viel Spaß. Aber viel Geld verdiene ich dabei nicht.

 

 

 

Songül, Rosalinde und ein Soziologe

Eine Lesung mit Thomas Maurenbrecher

Am 6. September besuchte der Schriftsteller und Soziologe Thomas Maurenbrecher gemeinsam mit der Schauspielerin Christine Marx das Eckener-Gymnasium und stellte seinen Roman „Songül, die letzte Rose“ vor. Der 11. Jahrgang nahm an dieser Lesung teil.

Um 10 Uhr begann die Lesung im Rahmen der Berliner Sprachwoche 2012. Zunächst gab der Autor eine kurze Einführung in seinen im Jahre 1992 veröffentlichten Roman. Im Mittelpunkt steht die tragische Geschichte eines türkischen Mädchens, das in einer deutschen Stadt aufwächst. Die sie betreuende Sozialarbeiterin Rosalinde versucht darüber einen Roman zu schreiben und bittet einen befreundeten Soziologen um Mithilfe. Die Schauspielerin Christine Marx trug die von Thomas Maurenbrecher ausgewählten Textpassagen vor, da der Autor wegen seiner Sehbehinderung nicht mehr vorlesen kann. Er selbst erläuterte aber den Fortgang der Handlung.

Das Publikum hörte konzentriert zu und sprach im Anschluss an die Lesung mit dem Autor über sein Buch. Es gab viele Fragen, aber auch Kritik, da von manchen die im Roman behandelte Problematik als nicht mehr zeitgemäß oder als einseitig bewertet wurde.

Die Lesung hat die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler dazu angeregt, sich mit dem Autor und dem Inhalt und der Wirkung seines Romans auseinanderzusetzen. Hier eine Auswahl von Stellungnahmen:

Mir gefiel die Lesung sehr gut. Besonders hat mich beeindruckt, wie sich der Autor zu den Fragen der Schüler geäußert hat und Stellung bezogen hat. (Milena)

Der Autor war nett und hat sich viele Gedanken gemacht und alles gut erläutert. Die Schauspielerin hat gut vorgelesen und die Atmosphäre im Roman gut zum Ausdruck gebracht. Die Textstellen waren bewusst ausgewählt und zeigten die verschiedenen Facetten des Romans. Der zeitliche Rahmen hat genau gepasst. (Yvonne)

Ich fand es toll, dass der Autor gekommen ist. Allerdings muss ich seine Äußerungen bezüglich der christlichen Kirche kritisieren: Er äußerte sich sehr negativ und pauschalisierend über Christen. Das fand ich unangemessen und beleidigend. (Nina)

Die Lesung war sehr interessant und hat sogar in einem den Wunsch geweckt, das Buch zu lesen. Aus den Antworten des Autors auf unsere Fragen ist klar geworden, dass er zu seinem doch kritischen Thema sehr konkrete und auch nachvollziehbare Ansichten vertritt. (Josephine)

Die Lesung selbst war ganz wunderbar. Doch die Diskussion zum Schluss war leider nicht mehr so wunderbar, da es Fragenknappheit gab und sich der Autor bei kniffligen Fragen verrannt hat. (Anton)

Mir ist aufgefallen, dass der Autor humorvoll ist. Außerdem hatte er auf unsere Fragen ausführliche Antworten parat. (Philipp)

Mich hat der Inhalt des Romans nicht gereizt. Es ist eine Geschichte, die inzwischen keine besondere und einzigartige mehr ist, sondern eine, die schon lang und breit diskutiert wurde. Aber wahrscheinlich war das im Jahr 1992 anders. (Robert)

Auch die Fragen, die gestellt wurden, waren interessant. Mich hat interessiert, wann die Handlung spielt (90er Jahre), weil ich finde, dass so ein Thema auch durch den Wandel der Zeit beeinflusst wird. Auffallend war außerdem, dass die Antworten des Autors oft durch soziologische Aspekte geprägt waren. (Elena)