Museumsbesuch im C/O Berlin

Bei Fotografie denken viele zunächst nur an das reine Festhalten eines Moments mit der Kamera. Doch Fotografien können weit vielfältiger sein – in Farben, Techniken, Materialien und Darstellungsweisen.

Am Mittwoch, den 19.11.2025, unternahm der Leistungskurs Kunst eine Exkursion zum C/O Berlin. Anlass war neben dem Semesterthema Fotografie auch das 25-jährige Jubiläum des Museums.

Da wir frühzeitig ankamen, hatten wir vor der Führung die Möglichkeit, uns schon einmal umzuschauen. Unsere Kunstvermittlerin gestaltete die Führung sehr lebendig und einladend. Im Fokus standen Fragen nach Titelgebung, Formatwahl und Darstellungsweise. Wir erfuhren, wie stark diese Entscheidungen die Wirkung und Intention der Künstler*innen prägen und häufig auch den Inhalt widerspiegeln.

Zunächst besuchten wir die Ausstellung „After Nature“. Hier erfuhren wir, wie natürliche Prozesse Fotografien über einen längeren Zeitraum verändern können. Gezeigt wurden Bilder auf unterschiedlichen Materialien – etwa auf seidenähnlichem Stoff oder sehr dünnen Fasern. Auch Verfahren, die an die Cyanotypie erinnern, waren vertreten.

Anschließend betrachteten wir die Ausstellung „Close Enough“. Sie bezieht sich auf das bekannte Zitat des Magnum-Mitgründers Robert Capa: „If your pictures aren’t good enough, you’re not close enough.“ Die Fotograf*innen der Agentur Magnum Photos greifen dieses Zitat auf und interpretieren es neu. Ihre Arbeiten zeigen weniger räumliche Nähe als vielmehr Vertrautheit, Intimität und emotionale Nähe.

Die Präsentation der Werke war vielseitig: Einige hingen an Trennwänden, andere wirkten wie Seiten eines Tagebuchs, wieder andere erinnerten an Polizeiakten. Besonders eindrucksvoll waren Fotografien, auf denen Personen oder Betrachter*innen direkt auf das Bild geschrieben hatten. Diese Verknüpfung von Schrift und Bild eröffnete neue Fragen: Welche Wirkung entsteht dadurch? Welche zusätzlichen Informationen werden sichtbar?

Der Besuch bot uns viele Anregungen für unsere eigenen fotografischen Arbeiten im Rahmen des Portfolios. Unsere Hauptwerke werden demnächst im Eckener-Gymnasium ausgestellt.

Bericht des Leistungskurses Kunst (1. Semester)
von Lina Mourad