Wir, der Kurs „Latein in medizinischen Berufen“, trafen uns am Dienstag, d. 17.2.26 um 8:45 Uhr im Eingangsbereich des Sankt Joseph Krankenhauses. Um 9 Uhr wurden wir von Herrn Uwe Salomon empfangen, der uns in einen Seminarraum brachte. Wir erhielten zunächst einige interessante Informationen über das Krankenhaus:
Das Sankt Joseph Krankenhaus besitzt rund 730 Betten und ist eines der geburtenstärksten Krankenhäuser Deutschlands. Das Krankenhaus gehört zum Elisabeth-Vinzenz Verbund und bietet in der nahegelegenen Schule die Möglichkeit z. B. zur Ausbildung zur OTA (operationstechnische Assistenz), ATA (anästhesietechnische Assistenz), zum Pflegefachmann/-frau. Außerdem kann man am Sankt Joseph Krankenhaus sein FSJ oder auch Praktika absolvieren.
Nach einer informativen Einführung begann das praktische Programm:
Unsere erste Station war die Geriatrie. Dort wurde uns zuerst ein Fitness-Raum vorgestellt, in dem die Patienten sich sportlich betätigen und ihre Muskulatur stärken können. Danach haben wir uns einen Raum angeschaut, in dem die Ärzte ihre Patientenfälle dokumentieren und sich organisieren. Daneben war die Medikamentenkammer, in der die verschiedenen Medikamente gelagert werden, und auch eine nachgestellte Küche, in der die Patienten sich wieder an ihren Alltag zu Hause gewöhnen können. Zum Schluss sind wir mit der Leiterin der Geriatrie und der FSJlerin Mona in einen separaten Raum gegangen, in dem wir mit Stethoskopen unsere Atmung hören konnten und mit einem Triflow trainiert haben. Außerdem gab es einen kurzen Vortrag über die Behandlung von Lungenkrankheiten.
Unsere nächste Station war der Operationsbereich. Als erstes wurden Jungen und Mädchen getrennt und in Umkleiden gebracht. Dort bekamen wir OP-Kleidung, Masken und Hauben. Danach führte uns die Praxisanleitung auf die andere Seite des Umkleidebereiches, an den die OP-Säle angeschlossen waren. Die Stimmung im OP war sehr ruhig und gelassen, obwohl viele Operationen stattgefunden haben. Viele Ärzte und OTAs haben uns auch zugewunken. Interessant war, dass es verschiedene Räume für unterschiedliche Operationen gibt, und dort auch unterschiedliche Temperaturen herrschen. In den normalen OP-Räumen war es eher kühl (18 Grad), im Kinder-OP sehr warm (27 Grad). Im Anschluss stellten uns zwei OTAs die Instrumente, die im OP verwendet werden, vor: Von Zangen bis hin zu allen möglichen Scheren war alles dabei. Nach einer Einweisung der beiden lernten wir, wie wir uns gegenseitig sterile Kleidung an-und ausziehen.




Dann ging es weiter ins SkillsLab der Hebammen: Wir lernten Maureen kennen, die als Hebamme im Sankt Joseph Krankenhaus arbeitet. Zum Einstieg haben wir ein Quiz über den Beruf als Hebamme und über die Schwangerschaft gemacht. Zusätzlich hat sie uns ein paar Informationen über Hebammen im Allgemeinen gegeben. Anschließend haben wir an einer Übungspuppe das Abtasten am Bauch ausprobiert und konnten den Herzschlag des Kindes abhören. Zum Schluss konnten wir eine künstliche Plazenta anfassen und dann sogar ein echte ansehen, die frisch aus dem Kreißsaal kam.
Den Abschluss unseres Besuchs bildete das Gespräch mit Dr. Achim Foer, der sich bereit erklärt hat, mit uns eine knappe Stunde über ethische Fragestellungen in der Medizin zu sprechen. Dieses Gespräch hat sich dann in eine Art Pressekonferenz entwickelt, in der wir allerlei Fragen gestellt und den Antworten des Chefarztes gelauscht haben. Er hat vieles über seinen Alltag mit Arbeit und Familie erzählt und über den katholischen Hintergrund des Sankt Joseph Krankenhauses. Auch besonders einprägsame Momente, die er in seiner Laufbahn erlebt hat, teilte er mit uns. Über traurige Momente hat er sehr neutral und ruhig berichtet.
Wir fanden den Tag am Sankt Joseph Krankenhaus sehr schön und waren überrascht, wie viel wir sehen durften (z. B. den OP-Bereich, in dem während unseres Besuchs Operationen stattfanden). Uns hat es besonders gefallen, dass alle so freundlich zu uns waren und wir z. B. alle Mitarbeitenden gleich duzen durften. Außerdem fanden wir es beeindruckend, wie entspannt und lustig alle miteinander umgegangen sind. Das Sankt Joseph Krankenhaus scheint ein sehr schöner Arbeitsplatz zu sein.